TÄGLICHES GEDENKEN
FÜR DIE TODESOPFER AN DER
BERLINER MAUER
Kapelle der Versöhnung,
Bernauer Strasse
Werktags Dienstag - Freitag, 12.00 - 12.15 Uhr
Die Berliner Mauer gilt als
Symbol für die Unfreiheit der DDR-Bevölkerung.
Mindestens 136
Menschen wurden zwischen 1961 und 1989 an der Berliner Mauer getötet oder
kamen im Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben.
98
DDR-Flüchtlinge, die beim Versuch, die Grenzanlagen zu
überwinden, erschossen wurden, verunglückten oder sich das Leben
nahmen
30 Menschen aus Ost und West ohne Fluchtabsichten, die
erschossen wurden oder verunglückten
Acht im Dienst getötete
DDR-Grenzsoldaten, die durch Fahnenflüchtige, Kameraden, einen
Flüchtling, einen Fluchthelfer oder einen West-Berliner Polizisten
getötet wurden.
Darüber hinaus verstarben mindestens 251
Reisende während oder nach Kontrollen an Berliner
Grenzübergängen.
Ungezählt sind die Menschen, die aus Kummer
und Verzweiflung über die Auswirkungen des Mauerbaus auf ihr Leben
starben.
Bis 1989 ließ das SED-Regime an der Mauer gezielt auf
Menschen schießen, auf Flüchtlinge, Fahnenflüchtige,
Fluchthelfer und andere so genannte "Grenzverletzer".
Einzelne
Todesfälle haben sich fest ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben.
Wer waren diese Menschen?
Unter welchen Umständen starben sie?
Wie
gingen die DDR-Behörden mit Angehörigen und Freunden der Toten um?
Welche Reaktionen lösten die Todesfälle in Ost und West aus?
Das Forschungsprojekt "Todesopfer
an der Berliner Mauer" ging diesen Fragen erstmals auf breiter Quellengrundlage
nach.
Sowohl die Unterlagen des MfS und der DDR-Grenztruppen als auch die
Verfahrensakten, die die Staatsanwaltschaft im Zuge der strafrechtlichen
Verfolgung von Gewalttaten an der Berliner Mauer angelegt hatte, wurden
systematisch ausgewertet, Zeitzeugen befragt und zeitgenössische
Medienberichte herangezogen.
Ziel war, sowohl die genaue Zahl der
Todesopfer an der Berliner Mauer zu ermitteln, als auch die Lebensgeschichten
und Todesumstände aller Mauertoten in Text und Bild zu dokumentieren. Von
der militärisch bewachten Grenze, die West-Berlin zwischen 1961 und 1989
umgab, gingen vielfältige Formen der Gewalt aus. Arbeitsgrundlage war
daher eine Definition des Begriffs "Todesopfer an der Berliner Mauer",
die ein Spektrum von fünf Fallgruppen umfasst:
Auf der Grundlage dieser
Definition wurden alle Todes- und Verdachtsfälle, die in den vorhandenen
Listen und in der Sekundärliteratur genannt sind, in einer Datenbank
erfasst und überprüft.
Die Biographien wurden im Rahmen des
Kooperationsprojektes "Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-89" vom
Verein Berliner Mauer - Gedenkstätte und Dokumentationszentrum
e.V. und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
erarbeitet.
Leitung: Dr. Maria Nooke / Dr. Hans-Hermann Hertle
Bearbeitung: Christine Brecht M.A. und Dr. Udo Baron
Gefördert vom
Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Darüber hinaus sind die
Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit in der Ausstellung der
Gedenkstätte Berliner Mauer, am Denkmal in der Bernauer Straße, im
Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam und auf der
Website
www.chronik-der-mauer.de zugänglich
gemacht.
Am Ende der mehrjährigen Projektarbeit erschien die
Publikation :
Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961
-1989 - ein biografisches Handbuch
herausgegeben vom Zentrum
für Zeithistorische Forschung und der Stiftung Berliner
Mauer
Projektleiter: Hans-Hermann Hertle / Maria Nooke;
Mitarbeiter: Udo
Baron und Christine Brecht, Martin Ahrends und Lydia Dollmann
Chr. Links
Verlag, Berlin 2009
Seit dem 13. August
2005 finden von Dienstag bis Freitag um 12.00 Uhr mittags in der Kapelle
der Versöhnung in der Bernauer Straße (Einmündung Hussitenstr.)
in Berlin Andachten zum Gedenken an die Todesopfer der Berliner Mauer statt. Im
Mittelpunkt jeder Andacht steht die Verlesung der Biografie eines
Mauertoten.
Im Mittelpunkt jeder Andacht steht die Biografie eines
Mauertoten, dessen Schicksal so öffentlich dem Vergessen entrissen werden
soll. Ein Name steht für viele, doch jeder Name steht für einen
einmaligen Menschen. Das Ziel der Andacht ist es, den Angehörigen Trost zu
spenden, dem bürgerschaftlichen Erinnern am historischen Ort eine Form zu
geben und das Gedenken an die Toten der Berliner Mauer stärker in der
Gesellschaft zu verankern. Bürger und Besucher, Männer und Frauen,
Junge und Alte, Angehörige der Opfer und deren Freunde können sich
aktiv an den Andachten beteiligen.
Weitere
Formen des Gedenkens an die Todesopfer der Berliner Mauer
Bis Ende 2011 nahmen 20.455
Menschen an den Andachten teil.
Es fanden 1084 Andachten statt. Teilnehmer:
Ø 19,5 Personen
Die Kapelle der Versöhnung hatte seit ihrer
Einweihung im Jahr 2000, 994.561 Besucher.
Kontakt:
Dokumentationszentrum Berliner Mauer, Bernauer Straße 111, 13 355
Berlin, Tel. 030 464 10 30 / mail:
info@berliner-mauer-gedenkstaette.de
www.berliner-mauer-gedenkstaette.de
Evangelische Versöhnungsgemeinde,
Bernauer Str. 111,13 355 Berlin, Tel. 030 463 60 34 mail:
kirche.versoehnung@berlin.de
www.gemeinde-versoehnung.org
Vertiefende INFORMATIONEN (Quelle:
Gedenkstätte Berliner Mauer):
Die
Todesopfer an der Berliner Mauer, 1961-1989 Stand Mai 2010 (pdf)
136 Portraits
(pdf)
Literaturliste Todesopfer an der Berliner Mauer (pdf)
13. August und 9. November Tage des Gedenkens